Pilgerorte und Pilgerziele

"Möge ich immer schreiten aufrecht und strahlend, hin zu den ersehnten Orten"

Aus einem Reisebereicht des englischen Mönchs Gildas des Weisen

Die 10 beliebesten Pilgerorte und Pilgerziele

Es gibt viele interessante Ziele für Ihre Pilgerreise oder Wallfahrt. Dennoch sollten Sie Ihre Route so planen, dass sie mindestens einmal diese zehn wichtigen und beliebten Pilgerorte besuchen. Schon vor Jahrhunderten zählten diese Orte zu den berühmtesten religiösen Zentren der abendländischen Kultur. Glauben Sie mir, ein Besuch lohnt sich!
Hier finden Sie eine kurze Beschreibung dieser ganz besonderen Orte.

  • 1. Santiago de Compostela

    Klar, das Ziel einer jeden Pilgerreise darf bei den 10 beliebesten Pilgerorten nicht fehlen. Am Ziel Ihrer Pilgerreise erwartet Sie die beeindruckende Kathedrale von Santiago, in dem die Gebeine des Jakbus begraben sind. Die Kirche ist erst Mitte des 18 Jahrhunderts fertiggestellt worden und fällt damit in die Zeit der barocken Architektur.
    Übrigens: Kurz bevor die Pilger in Santiago ankommen, passieren sie den Berg der Freude ("Monte del Gozo"). Von dort erblickt man erstmals Santiago de Compostela. Früher wurde derjenige Pilger, der zuerst den Gipfel des Berges erreicht hatte, "Pilgerkönig" genannt.
    Falls Sie noch ein wenig Zeit übrig haben, lohnt sich ein Tagesmarsch zum "Kap Finstere", jenem Punkt, der für mittelalterliche Jakobuspilgerer das Ende der Welt markierte. Wenn Sie es bis nach Santiago geschafft haben, sollten Sie auf keinen Fall Ihren Pilgerpass vergessen!
  • 2. Regensburg

    An einer alten Handelsstraße der Römer und an der Donau gelegen, strahlt die gut erhaltene Altstadt den Pilgern entgegen. Im Mittelalter war Regensburg die bedeutenste Handelsstadt in Süddeutschland und blickt auf eine ruhmreiche Geschichte zurück. Bei einem Spaziergang durch die Altstadt, kann man die den geschichtsträchtigen Hintergrund fast "riechen" - viele Gebäude und der mittelalteriche Charme sind wohlerhalten. Ein wahres "Pilgerhighlight" ist der Dom, den auch Papst Benedikt II besucht hat. Daneben gibt es noch weitere Pilgerziele: Im Süden der Alstadt finden Sie die Benediktinerabtei St. Emmeram, immernoch eines der bedeutensten Klöster in Deutschland. Außerdem sollten Sie dem Schottenkloster einen Besuch abstatten.
  • 3. Einsiedeln


    Das schweitzer Benediktinerkloster Einsiedeln zählt mit zu den zentralen Pilgerorten Mitteleuropas und gilt seit dem Mittelalter zu den bedeutensten Marienwallfahrtorten. Kurz vor erreichen von Kloster Einsiedeln kommt es zum Zusammenschluss der beiden Pilgerrouten aus Mittel- und Osteuropa. Die Teufelsbrücke erleichtert den Pilgern den Zugang zum Kloster.
    Im Jahre 948 soll Christus selber die Klosterweihe vorgenommen haben, Engel sollen ihm Assistiert haben. Prominente Heilige waren auch anwesend - weshalb sich die Nachricht rasch in ganz Europa ausbreitete. Dies war der Grundstein für die segensreiche Klostergeschrichte.
  • 4. Lyon

    Lyon zählt schon seit Jahrhunderten zu den bedeutensten französischen Städten. Deshalb wundert es auch nicht, dass Jakobuspilger hier eine große Pilgerstätte gegründet haben. Über ganz Lyon verteilt gibt es für die Jakobspilger interessante Anlaufstellen. Beispielweise die gotische Kathedrale St-Jean, die über einen üppigen Reliquienschatz verfügt. Oder die romanische Abtei St-Martin d'Ainay, die ebenfalls zu großem Reichtum gekommen ist. Ebenfalls einen Besuch wert ist die Kirche des Franziskanerklosters.
    Mitten im Stadtzentrum befindet sich die Kapelle St-Jacqueme, Tagungsgebäude des Stadtrats und Anlaufstelle für Jakobspilger.
  • 5. Pilgern in Prag

    Prag zählt zu den kulturellen zentren Mitteleurpas und ist seit dem Fall des eisernen Vorhangs ein sehr beliebtes Touristen- und Pilgerziel. Zwischen den außergewöhnlich gut erhaltenden Gassen und Bauwerken früherer Zeiten fühlt man sich schnell in das mittelalter hineinversetzt - und damit in die hochzeit des Pilgertums. Duzende Kirchen und Klöster schmücken die "golene Stadt", die vom Burgpalast der böhmischen Könige überragt werden.
    Als besonders interessantes Pilgerziel gelten die drei dem heiligen Jakobus gewidmeten Kirchen vor den Toren der Prager Altstadt: Als mächtigste sei die Zisterzienserabtei Zbraslav (Königssaal) zu nennen. Ein prächtiges Aussehen besitzt zudem das benachbarte Jagtschloss König Ottkars II., wobei die Kirche recht schlicht anmutet.
    Die Prager Alstadt besitzt ebenfalls eine Jakobuskirche.
    Für Pilger und Wallfahrer gleichermaßen interessant ist der Karlsplatz, der sich zu Zeiten von Kaiser Karl jährlich an Oster mit zehntausenden Wallfahrern und Pilgern füllte. Tipp: Wenn Sie ungerne alleine duch Tschechien Pilgern, kann eine geführte Pilgerreise genau das richtige für Sie sein!
  • 6. Toulouse

    Toulouse gilt ebenfalls als bekanntes Pilgerziel. Im Mittelpunkt Ihres Toulouse-Aufenthaltes sollte der Besuch der umwerfenden romanischen Basilika St-Sernin stehen, die tatsächlich gigantische Ausmaße hat. Die Geschichte besagt, dass durch Karl den Großen die Gebeine von sechs Aposteln hier begrababen sind - darunter auch das Haupt des Jakobus. Weitere, weniger Prominente Kirchliche, sind dort ebenfalls begraben. Die Basilika von Toulouse beherbergt die bedeutenste Sammlung christlicher Grabmähler. Das ist aber nicht die einzige Superlative von Toulouse: Die Basikila ist mit 115 Meter länge das größte romanische Bauwerk Frankreichs. Sie wurde 1040 n.Chr. nach em Abbild der Wallfahrtsbasilika das heiligen Martin erbaut.
  • 7. Der Jakobsweg durch Budapest

    In Budapest laufen zahlreiche kleine Nebenwege des Jakobusweges zusammen. Deshalb hat sich Budapest auch als Semmelpunkt für sämtliche Pilger im östlichen Europa entwickelt. Als Pilgerziel zeigt sich Budapest aber leider nicht mehr ganz so glamorös wie damals: Mit der Verwandlung zur modernen Metropole hat das Kulturerbe stark gelitten. Dennoch zählt diese Stadt schon alleine wegen der kulturellen Vielfalt zu den Top-Pilgerzielen. Besonders zu empfehlen ist die Burganalge mit seinen Klöstern, die schon vor Jahrhunderten Pilgern schutz und Obdach versprachen.
  • 8. Aachen

    Die heutigen Großstadt Aachen hat eine höchst bedeutsame Historie. Höhepunkt der Stadt war sicherlich die Ära von Karl dem Großen, der die Pfalzkapelle als Krönungsort deutscher Könige einführte. Geschichten zufolge war es auch Karl der Große, der als erster eine Kirche dem heiligen Apostel Paulus gewidemt hat - außerhalb von Santiago. Die ursprüngliche Kirche wurde allerdings im 19 Jahrhundert durch einen Neubau ersetzt. Dennoch ist es Aachen ein bis heute populäres Pilgerziel mit geschichtsträchtigem Hintergrund.
  • 9. Burgos

    Zu den besonderen Orten am Jakobusweg in Spanien zählt das Stättchen Burgos. Die Hauptstadt des Königreichs Kastilien war stets ein Zentrum von Kunst und Handwerk. Dementsprechend schön mutet das Stadtbild an: Überall finden Sie kleine Türmchen und Verzierungen. Zwei Pilgerziele sollten sie sich nicht entgehen lassen: Erstens die Kathedrale, die unter großem Einfluss deutscher Bauherren entstanden ist. Zweitens die Zisterzienserinnenabtei Las Huelgas Reales, die schon im Mittelalter anlaufstelle der Jakobuspilger war.
  • 10. Eichstätt

    Der Pilgerweg entlang der Donau gilt bisweilen als sehr populär. Pilger, die sich auf diesem Jakobusweg befinden, sollten unbedint auch einen Abstecher nach Eichstätt einplanen. Im Mittelalter war Eichstätt durch das Grabmahl der hochverehrten heiligen Walbura bekannt geworden. Da die Stadt durch diverse Kriege sehr in mitleidenschaft gezogen wurde, ist der Stadtkern zuletzt in der Epoche des Barocks wideraufgebaut worden. Das Stadtbild ist bis heute gut erhalten und passt wunderbar in die romantische Landschaft des Altmühltals.
    Das unbestrittene Pilger-Highlight ist die Abtei St. Walburg. Von dort aus führt der klassische Pilgerweg zum Dom, in dem Walburgas Bruder Willibald begraben liegt. Tipp: Wenn Sie es nicht allzu eilig haben, lohnt ein Abstecher nach Westen durch das Altmühltal. Wenn Sie die Bergzunge der Willibaldsburg umrundet haben, bieten die Augustinerstifte Rebdorg und Marienstein Unterkunft.