Pilgerwege: die wichtigsten Etappen auf dem Jakobsweg

Die Wege der Jakobspilger sind ein System von ausgeschilderten Pilgerwegen, das quer durch Europa nach Santiago de Compostela führt. 1993 erhielten der Camino Francés, der wohl bekannteste Teil des Jakobsweges, und 1998 die vier französischen Hauptwege der Jakobspilger den Status eines Weltkulturerbes der Menschheit.

Jakobswege in Europa

Pilgerwege in Europa

Der Jakobsweg ist besteht aus einer unzahl verschiedener Wegevarianten (siehe Bild). Hier soll ein Auszug der heute wichtigsten und beliebtesten Wege gegeben werden:

Pilgerwege in Spanien: Camino Francés (Spanien)

Die Entstehung des Camino Francés, des klassischen spanischen Jakobsweges von den Pyrenäen nach Santiago, geht in die erste Hälfte des 11. Jahrhunderts zurück. Seit dem 11. Jahrhundert bemühten sich die Herrscher sämtlicher christlichen Reiche in Nordspanien, durch die Gewährung von Freiheitsrechten, Privilegien und Steuerbefreiungen Siedler aus Frankreich anzuziehen, um den Camino Francés mit Marktsiedlungen auszustatten. Die Bezeichnung Camino Francés, erstmals für das 12. Jahrhundert in Astorga belegt, bezieht sich auf diese Siedler. Von etwa 1050 an häufen sich Hospitalstiftungen durch Könige, Fürsten, Geistliche, Mönchs- und Ritterorden. Um 1130 scheinen entlang des Camino Francés in Abständen von etwa 15 Kilometern Hospitäler bestanden zu haben. Ab dem 14. Jahrhundert wurde die karitative Infrastruktur durch private oder bruderschaftliche Stiftungen kleinerer Herbergen weiter verdichtet.

Pilgerwege in Frankreich

Der Pilgerführer im 5. Buch des Codex Calixtinus (12. Jahrhundert) nennt vier Jakobus-Pilgerwege, die in Paris, Vézelay, Le Puy und Arles ihren Ausgang nehmen, um in den Pyrenäen zusammen zu kommen. An ihrer Wegeführung lagen zahlreiche Gräber von Heiligen, so St. Martin in Tours, St. Hilarius in Poitiers und St. Eutropius in Saintes an der Via Turonensis, St. Leonhard in Saint-Leonhard-de-Noblat und St. Front in Périgueux an der Via Ermöglichen, die hl. Fides in Conques an der Via Podiensis oder St. Ägidius in St.Gilles und St. Saturninus in Toulouse an der Via Tolosana. Diese Streckenführungen hatten über Jahrhunderte Gültigkeit. Darüber hinaus entwickelte sich ein dichtes Netz weiterer Wege. Eine Pilgerlandkarte des Graphikers Daniel Derveaux aus dem Jahr 1975 hält die französischen Wege nach den Forschungen des langjährigen Präsidenten der französischen Jakobus-Gesellschaft, Marquis Renè de la Coste-Messelière, fest.

Pilgern in der Schweiz

In der Schweiz sind alle Jakobswege als nationale Wanderroute 4 ViaJacobi von Wanderland Schweiz ausgeschildert (gelbe Wanderwegweiser mit grünem Quadrat mit der Zahl '4' darauf).

Pilgerwegewege in Deutschland

Spezielle Pilgerwege für Jakobspilger sind in Deutschland erst in der Neuzeit angelegt worden. Im Hochmittelalter und Spätmittelalter verwendeten die Pilger das bestehende Straßensystem. Es bestand aus den sogenannten Altstraßen; den Reichsstraßen, Weinstraßen, Heerstraßen und Hellwegen. Die Wahl der Wegstrecke wurde durch die Infrastruktur an diesen Pilgerwegen bestimmt. Von den Pilgern bevorzugt wurden Handelswege, an denen Klöster, Hospitäler und Herbergen die Versorgung gewährleisteten. Anhand von Belegungsverzeichnissen lassen sich die Wege der Jakobspilger in Deutschland rekonstruieren.
Heute sind hauptsächlich Pilgerwege in Süddeutschland bekannt. Aber auch norddeutsche Pilgerwege erfreuen sich zunehmender Beliebtheit.

Neben diesen Pilgerwegen darf auch der Frankenweg nicht fehlen, falls sie nach Rom Pilgern möchten.